Dummyseminar mit Fons Exelmans 2009

Waldstetten, 14.-15.03.2009

 

„Ich habe bei Petrus schönes und trockenes Wetter bestellt und hoffe, dass meine Bestellung bearbeitet wird.“ So stand es in der Einladung zum Wochenendseminar am 14. und 15. März 2009 in Waldstetten. Mariannes Wunsch sollte in Erfüllung gehen: Erst nach der letzen Übung am späten Sonntagnachmittag fing es an zu regnen. Doch der Reihe nach…

 

Bereits zum vierten Mal konnte Fons Exelmans aus Belgien exklusiv als Trainer für die Wegwarten-Familie und ihre Freunde gewonnen werden. Seine Hunde erzielten zahlreiche Erfolge, u.a. waren sie belgische Meister im Field Trial und Sieger beim "European Retriever Championship" (Coupe d'Europe). Fons prüft als FCI-Richter bei internationalen Wettkämpfen und gibt regelmäßig Seminare.

 

Bei dieser prominenten Besetzung waren die Plätze schnell vergeben: Insgesamt 14 Hunde und 11 Führer kamen lern- und wissbegierig nach Waldstetten, um zwei Tage lang gemeinsam zu arbeiten. Gegenseitig „beschnuppern“ und austauschen konnten sich die Frühangereisten bereits am Freitag bei Kaffee und Kuchen im Hause Walheim bzw. beim Abendessen im Gasthaus Ochsen.

 

Am Samstagvormittag stand zunächst eine kurze Theorieeinführung auf dem Programm: Wie lässt sich das Zusammenleben im häuslichen Umfeld optimal gestalten? Wann bietet sich welche Übung für welches Hundealter an?
Zentrale Botschaft hier: Nicht zuviel von einem jungen Hund verlangen, das Schwierigkeitsniveau nur langsam steigern, nichts erzwingen – und:
In der Ruhe liegt die Kraft.

 

Anschließend durften die D-Wegwarten ihr Können erstmals unter Beweis stellen: Einzeln analysierte Fons den aktuellen Leistungsstand, testete Memories auf längere Distanzen und ging im persönlichen Gespräch auf individuelle Stärken und Schwächen ein.

 

Für die Mittagspause wurde Mariannes Bauwagen traditionell zum Gourmet-Tempel umfunktioniert: Von der schwäbischen Brotzeit bis hin zu leckeren Nussecken und Palmbrezeln war alles für das leibliche Wohl geboten.

 

Am Nachmittag waren dann die älteren Hunde des A-Wurfs an der Reihe, denen schon deutlich mehr abverlangt wurde. Schön für die Zuschauer: Bei jedem Hund und jeder Übung gab es Anregungen und einen Lerneffekt für die eigene Arbeit. Nach einem aufschlussreichen ersten Tag, der wie im Flug verging, traf sich die Runde zum gemeinsamen Abendessen im Gasthaus. Hier wurden Eindrücke und Erlebnisse ausgetauscht und in gemütlicher Runde diskutiert.

 

Der Sonntagvormittag begann mit einer anspruchsvollen Trainingseinheit für die erwachsenen Hunde. Beeindruckend konzentriert – und den winterlichen Temperaturen trotzend – arbeiteten die Teams aus einem langen Walk-Up über hohe Distanzen. So wurden z.B. mehrere Dummys vor einer Baumgruppe ins Gras geworfen. Die Hunde mussten auf ihrem Weg zwei Gräben überwinden, diagonal über die Wiese laufen und taten sich mit dem Auffinden zunächst oft schwer.
Aus einer Entfernung von immerhin rund 120 Metern gestoppt und erneut ins Suchengebiet geschickt, waren schließlich alle erfolgreich.

 

Natürlich wurden auch die legendären Terrassen- und Bewuchsvarianten in Mariannes Revier genutzt: Bei einer weiteren Übung ging es schräg über die Wiese, einen Feldweg samt Wassergraben, den Hang hinauf bis ganz oben auf einen Hügel. Knifflig: Die Hunde waren dort zwar schon einmal an diesem Wochenende, jedoch von einer anderen Position aus. Die Distanz betrug nach Schätzung von Fons etwa 250 Meter. Hier bewährte sich ein deutliches „Voran“ bei jedem Geländewechsel. Und tatsächlich: Zielsicher wurden alle Dummys apportiert.

 

Da konnte der Nachwuchs nur noch staunen, der gut ausgeruht am Sonntagnachmittag wieder an der Reihe war. Fons zeigte, wie er die wichtigsten Elemente der Dummyarbeit bei jungen Hunden aufbaut. Steadiness, Fußarbeit, Sitzpfiff, Voran und Back wurden in Zweiergruppen geübt.

 

Die simpel anmutende Verknüpfung „Dummy heißt: Nichts machen!“ war für die Kleinen durchaus eine Herausforderung. So mussten sie einige Meter von ihren Führern entfernt ruhig sitzen bleiben, während Fons vor und hinter ihnen Dummys auslegte und wieder einsammelte. Anschließend wurde eine Wurfbewegung zunächst nur angedeutet, um die Dummys dann zum Teil sehr nah vor die Hunde zu werfen. Einsammeln durften diesmal die Führer, nicht ohne ihre Schützlinge gebührend für die Steadiness zu loben.

 

Wie abwechslungsreich das Suchen gestaltet werden kann, demonstrierte eine weitere Aufgabe: Hund und Führer wurden rund 15 Meter vor einem Gebüsch positioniert und vier Dummys nacheinander an verschiedene Stellen hinein geworfen. Drei holte Fons wieder heraus und vergrub das verbleibende fest im Boden. Anschließend ging es an die erschwerte Suche. Mit welchem Eifer die Kleinen daran arbeiteten, zeigte, dass es nicht immer nur die große, flache Wiese sein muss…

 

Zum Abschluss gab es auch für die „Erfahrenen“ noch das ein oder andere Aha-Erlebnis: So warf Fons beim vermeintlich sicheren Apportieren eines Dummys zur Ablenkung ein zweites hinter den zurückkommenden Hund. Anstatt abzusitzen, wurde der Führer prompt in großem Bogen umrundet und das neue Dummy begutachtet. Trainingstipp: Nach dem Voran auf eine Markierung wird ein weiteres Dummy geworfen, zuerst nah beim Führer, später weiter vorne in Richtung des zurücklaufenden Hundes – solange, bis dieser nur das ursprüngliche holt und auf direktem Weg zurückbringt.

 

Ein gemeinsames Abendessen beendete auch den zweiten Trainingstag, bevor die Teams ihre Heimreise antraten – mit vielen Tipps, Anregungen und Eindrücken eines gelungenen Wochenendes, mit neuen Bekanntschaften, Blickwinkeln und Ideen für die eigene Arbeit, und vor allem mit einem großen Dankeschön an Marianne, die sich so engagiert und herzlich für ihre Wegwarten einsetzt und dieses wunderschöne „Familientreffen“ ermöglicht hat.

 

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

 

Markus Huber

 

Hier gehts zu den Bildern vom Seminar:

Training mit den D´s

Training mit den A´s

 

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Aktualisierung: 03/04/2009 - 23:48 / Redakteur: Webmaster   druckeroptimierte Seite anzeigen